Alstom – Siemens nimmt an dem Rennen um die Aktien teil

Der französische Konkurrent von Siemens, Alstom, scheint an der vorgeschlagenen Zusammenarbeit interessiert zu sein. Siemens, der mächtige Industriekonzern aus Deutschland, signalisierte der Führung von Alstom Interesse.

Alstom ist ein Unternehmen aus der Nähe von Paris, welches an der Börse notiert ist. Über 100 weltweite Tochtergesellschaften machen die Firma interessant. Bis 2006 war der französische Staat der größte Aktionär, heute ist es der Bouygues-Konzern, der die Aktien von Frankreich übernahm.

Der Handel soll folgendermaßen aussehen: das Energiegeschäft von Alstom geht an Siemens über und die Franzosen erhalten im Gegenzug die Geschäfte des Schienenverkehrs wie den Bau von ICE-Zügen oder Lokomotiven, die Siemens derzeit inne hat.

Doch nach nicht bestätigen Angaben hat General Electric – ein Konkurrent von Siemens-, ebenfalls Interesse an der Energie- und Bahntechnik von Alstom bekundet.

Ziel dieser Hin-und Herschieberei soll es sein, dass es zwei weltweit agierende Industrieriesen gibt, die sich in den Bereichen Energie und Transport behaupten. Der französische Staat ist bereit, sich finanziell zu beteiligen, wenn der Produktionsstandort in Frankreich erhalten bleibt. Ein besonders gutes Geschäft von Alstom ist derzeit der Hochgeschwindigkeitszug TGV.

Siemens ist derzeit nicht zu weiteren Berichten zu den Verhandlungen bereit. Angeblich hat sich der Mischkonzern GE die Unterstützung des ebenfalls an breiter Front tätigen Konzerns Bouygues gesichert, dem fast ein Drittel der Aktien von Alstom gehören.

Doch Siemens scheint an den Verhandlungen festzuhalten. Die französische Politik forderte Alstom auf, alle Vorschläge und vorliegenden Angebote gründlich zu prüfen.

Denn dort sieht man eine eventuelle Übernahme durch GE sehr kritisch. Die Firma Alstom steht in Frankreich für Unternehmergeist und Erfindungsstärke sowie industrielle Macht. Deshalb sieht man die Gefahr, dass ein Zentrum der wirtschaftlichen Entscheidungen wegbricht.

Die eventuelle Übernahme von Alstom durch GE käme einer Kampfansage an Siemens gleich. Denn der Konzern verdient verhältnismäßig mehr als Siemens und ist in den USA stark vertreten. In Deutschland, aber auch anderen europäischen Ländern, hat dagegen Siemens die Nase vorn.

Auf dem amerikanischen Markt kämpft man gegen GE an, vor allem mit Aufträgen aus dem Bereich der Windkraft oder der Züge. Rund 60.000 Mitarbeiter sind in den USA für Siemens tätig. Ihnen ist daran gelegen, den Konkurrenzkampf mehr und mehr zu ihrem Gunsten zu verändern. Der „Streit“ um Alstom ist also ein Machtkampf, bei dem es um weit mehr als die Anteile am französischen Energiekonzern geht.

Bildquelle: Katharina Wieland-Müller/pixelio.de

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